14. Juni, 13:00 Uhr, Ellington Hotel Berlin: Ein absoluter Hoch-Karäter der deutschen Politik betritt die Bühne der Hauptstadtkonferenz der IDEAL. Es ist Christian Lindner, Bundes- sowie Fraktionsvorsitzender der FDP im Bundestag. Und trotz der frischen 18 Grad Celsius im Saal Femina entfacht er mit nur wenigen Sätzen einen großen Applaus des handverlesenen Publikums:

„Ich möchte Sie ganz herzlich zu dieser Hauptstadtkonferenz begrüßen. Ich will Sie begrüßen in – ich mache seit 19 Jahren als Abgeordneter Politik und kann das also ein wenig einschätzen – in der Hauptstadt des komprimierten politischen Wahnsinns.“

FDP und Finanzbranche Brüder im Geiste?

Damit trifft Christian Lindner direkt den Nerv der Zuhörer. Und erörtert sogleich, wie es aus seiner Sicht um unsere Republik bestellt ist. Er fordert eine größere Sachlichkeit im politischen Diskurs. Auch, um Extremposition zu entkräften. Eine Sachlichkeit, die er in der Assekuranz als gegeben sieht. Denn die Branche müsse „von Haus aus mit Fakten arbeiten.“ Und das „über lange Zeiträume“. Dabei beschreibt er eine gewisse Parallele zwischen seiner Partei und der gesamten Finanzbranche mit einem Augenzwinkern:

„Versicherungsvermittler, Versicherer, Bänker – das ganze Finanzwesen in Deutschland wird außerordentlich kritisch gesehen. Und hat kein gutes Image. So, wie die FDP. Aber gemeinsam ist uns: Wir haben zwar kein gutes Image, sind aber für eine funktionierende Volkswirtschaft unverzichtbar.“

 Und trotz des humoristischen Tenors hat seine Ausführung einen wichtigen analytischen Kern. Insbesondere für die Finanzbranche. Denn die Verunsicherung, die durch die Finanzkrise 2008 entstanden sei, hat aus Lindners Perspektive hierzulande vor allem einen Effekt: „In Deutschland wird der Kapitalmarkt als Quelle von Risiko gesehen. Ausschließlich als Gefahr für die Kundinnen und die Stabilität der öffentlichen und privaten Finanzen.“ Dabei „ist der Kapitalmarkt die Lebensader für das Funktionieren einer Volkswirtschaft“, so der Bundesvorsitzende der Freien Demokraten. Dazu gehörten etwa die Finanzierung privater Lebensträume, die Sicherung von Altersvorsorge trotz demografischen Wandels oder die Finanzierung unternehmerischer Risiken. „In Deutschland führt diese Risiko-Orientierung dazu, dass wir Chancen liegen lassen“, resümiert Lindner.

Dies ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt des Vortrags. Wer mehr von den kurzweiligen Ausführungen Christian Lindners hören will, dem lege ich die 51 Minuten Video seines Vortrags wärmstens ans Herz. Selbst wer, so wie ich, nicht unbedingt d’accord mit jeder von Lindners Positionen ist, wird daran Gefallen finden. Aber überzeugt Euch selbst!

Titelbild: ©Christian Lindner; Beitragsvideo: ©NewFinance Mediengesellschaft

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